Modelleisenbahnen faszinierten mich schon in meiner Kindheit. War um die Weihnachtszeit in einem Schaufenster eine Eisenbahnanlage zu sehen, brauchte meine Mutter viel Überredungskunst und meistens auch ein Trostzückerchen, um mich wieder von der Stelle wegzukriegen. Und trotzdem ging es nicht ohne Tränen ab.
Obwohl meine Eltern nicht viel Geld besassen, erhielt ich mit sieben Jahren meine erste elektrische Eisenbahn zu Weihnachten Eine Rangierlok mit vier Wagen, ein paar Schienen und zwei Weichen. Ich war begeistert! So begeistert, dass ein Jahr später eine zweite Lok und ein paar Wagen mehr dazu kamen. Ein altes Bettgestell wurde zweckentfremdet und mit einer Landschaft versehen, die nach und nach, soweit es die spärlichen Platzverhältnisse zuliessen, ausgebaut wurde. Das sah dann etwa so aus…
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| Die ersten Gehversuche... |
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... noch mit vielen Mängeln |
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Die Krönung damals |
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Als ich mit 21 Jahren meine erste eigene Wohnung bezog, wurde gleich ein Zimmer für die Eisenbahn in Beschlag genommen. Auf einer Fläche von 4.5x1.5 Metern baute ich eine HO-Anlage (Märklin und Haag) im Massstab 1:87 auf. Mehrere Züge konnten durch eine selbstgebaute Relaissteuerung gleichzeitig verkehren. Auch bezüglich Landschaftsbau machte ich kontinuierlich Fortschritte. Es war ein wunderbarer Anblick.
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Irgendwann zog ich um und musste feststellen, dass ich meine Anlage zu gross konzipiert hatte. Sie passte in keine andere Mietwohnung hinein. So stand sie jahrelang zerlegt in irgendwelchen Kellerräumen herum und versperrte den Platz. Eines Tages trennte ich mich dann schweren Herzens von meinem Lieblingsstück.
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Modelleisenbahnanlage Spur N, Massstab 1:160
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Ganz ohne Eisenbahn ging es dann doch nicht. Ich entschloss mich für eine kleinere Spur. Im Massstab 1:160 war es möglich, auf 3x1 Metern sogar Kehrtunnels unterzubringen. Und der grosse Vorteil: Die Anlage passte in jedes Zimmer.
Dass ich beim Planen unseres Hauses im Keller einen separaten, gut isolierten und beheizten Raum für die Eisenbahn vorsah, müsste ich hier eigentlich nicht erwähnen. Die 3x1 Meter-Anlage blieb, aber ich baute in der Länge noch 4 Meter hinzu. In der Zwischenzeit war auch das Computerzeitalter angebrochen und ich entschied mich, die Züge über eine selbstgeschriebene Software zu steuern. Auch die Elektronik und die Schnittstelle zum PC baute ich selber. Nur die Eingangskarte, welche die Signale der Lichtschranken an den PC weitergibt, habe ich gekauft. So verkehren jetzt verschiedene Zugskompositionen der SBB, BLS und SOB wie von Geisterhand gesteuert auf den insgesamt über 60 Metern Schienen.
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Die Anlage ist auf Böcke mit Rollen montiert und kann so von der Wand weggezogen werden. Ausserdem gibt es drei Servicetüren, die ein Zugreifen bei unterirdischen Problemen erlaubt.
Die Grundlage der Landschaft ist Packpapier. Darauf folgt, teilweise armiert, Spachtelmasse und darüber Farbe und Streumaterial.
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| Der alte Teil 3x1m |
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Der neue Teil 4x1m |
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| Kehrtunnels 1 |
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Kehrtunnels 2 |
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Kehrtunnels 3 |
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Kehrtunnels sind immer wieder faszinierend. Die Züge verschwinden im Berg, um nach geraumer Zeit auf einer anderen Ebene wieder aufzutauchen. Die Steigung auf dieser Anlage beträgt 25 Promille, der Kurvenradius 40 Zentimeter.
Die Software regelt die Geschwindigkeit der Züge so, dass sie immer gleich schnell fahren. Egal ob ein Zug aufwärts oder abwärts fährt. Sie fragen sich, was die Steine unter der Brücke zu suchen haben? Das wird ein See. Im Berg sind zwei Pumpen eingebaut. Das Wasser entspringt oberhalb der Brücke und fällt dann unter der Brücke direkt in den See. Es gibt aber noch kleine Probleme, für die ich momentan keine Zeit finde.
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| Kehrtunnels 4 |
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| Bahnnhof Bild 1 |
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Bahnhof Bild 2 |
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Bahnhof Bild 3 |
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Was wäre eine Eisenbahnanlage ohne Bahnhof? Eben! Vollautomatisch fahren hier die Züge nach verschiedenen Programmen ein und aus. Die Software sorgt für die richtige Weichenstellung und das Schalten der Signale. Zudem verhindert sie Zusammenstösse, selbst wenn ein Zug versehentlich stehen bleibt oder ein Wagen entgleist, was sehr selten der Fall ist.
Auf dem ersten Bild stehen zwei Gotthardzüge mit den entsprechenden Loks (Ae6/6 und Re6/6) bereit. Die Fahrleitung hat mich viel Arbeit gekostet. Schön zu sehen auf dem zweiten Bild.
Bild vier zeigt Reserveloks vor dem Lokschuppen.
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| Bahnhof Bild 4 |
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| Doppeltraktion |
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Eine Ae6/6 |
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Güterumschlag |
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Doppeltraktion: Eine Re6/6 zieht zusammen mit einer Re4/4II schwere LKWs über die Bergstrecke und kreuzt dabei die TCS-Lok (Re460) mit Doppelstockwagen. Im Hintergrund der Bahnhof aus einer anderen Perspektive.
Ae6/6: Die Gotthardlok aus den 60er Jahren. 6000 PS, 6 Achsen angetrieben, 120 Tonnen schwer. Leider verschwindet diese Lok immer mehr vom schweizerischen Bahnnetz.
Güterumschlag: Ein wichtiger Bestandteil der Eisenbahn, so auch auf meiner Anlage. Lieferwagen kommen und gehen. Arbeiter packen mit beiden Händen zu. Selbst Öltanks fehlen nicht.
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| Öltanks |
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| Einblick in die Steuerung |
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Relaiskarten Marke Eigenbau |
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Relaistreiber Marke Eigenbau |
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Ein paar kurze Worte für technisch Interessierte: Entlang der Fahrstrecke sind diverse Miniaturlichtschranken angebracht. Diese senden beim Vorbeifahren eines Zuges ein Signal an die Eingangskarte (die grüne Platine in der Mitte der Steuerung). Dieses Signal wird über das Flachbandkabel an eine Ein- Ausgangskarte im PC weitergeleitet und dort softwaremässig ausgewertet, wobei die Software bereits weiss, welcher Zug erwartet wird! Das Signal wird im Programm verarbeitet und löst entsprechende Ausgangsmeldungen aus, die, ebenfalls über Flachbandkabel, zurück in die Steuerung gelangen (Bild Relaistreiber). Die ICs (ULN 2803A) verstärken die Signale, so dass sie die gewünschten Relais auf den Relaiskarten anziehen können (Bild Mitte). Die Relais ihrerseits schalten anschliessend Weichen, Signale und Streckenblöcke.
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