Bild Natascha


Synopsis:

Der Schriftsteller Christian Bänziger fühlt sich zwischen zwei Frauen hin und her gerissen. Dann bleibt auch der erhoffte Erfolg seiner aufwändigen Arbeit aus. Kein Verlag wagt sich an sein brisantes Werk, das Hintergründe zum 11. 9. 2001 aufdecken soll.
Mysteriöse Begebenheiten beherrschen Christians Leben fortan. Ein Wechselbad zwischen Liebe und Hass, Gut und Böse, begleiten den gebeutelten, jungen Mann, der in seiner Not Hilfe bei einem zwielichtigen Privatdetektiv sucht.
Der Machtkampf zwischen Gut und Böse ist entbrannt. Wer wird letztendlich siegen?


Zeitungsartikel:
Appenzellerzeitung und Rheintaler


Leseprobe:

Draussen herrschten immer noch hohe Temperaturen und keinerlei Erfrischung war in Sicht. Die wenigen Quellwolken über dem Alpstein, aus denen sich möglicherweise ein wohltuendes Gewitter hätte entladen können, waren zusammengefallen, hatten sich in nichts aufgelöst. Der Himmel war klar. Die Sterne begleiteten den sichelförmigen Mond auf seiner Umlaufbahn. Während Christian in die Nacht hinausstarrte, begann sich sein Gedankenroulette erneut zu drehen. Aber wohin würde die Kugel zu liegen kommen? Gerade oder ungerade? Manque oder Passe? Rot oder schwarz? Gut oder böse? Was führte Jolanda im Schilde?

Christian fuhr mit der Hand übers Gesicht und für einen kurzen Moment schaffte er es, damit die lästigen Gedanken zu vertreiben. Er drehte sich um und blickte in sein Zimmer, das durch eine alte Ständerlampe aus dem Brockenhaus erhellt war. Zwei Mücken gelangten ungehindert an ihm vorbei in die Wohnung und verschanzten sich im Schutze der Holzdecke oberhalb der Lichtquelle, bereit sich zu gegebener Zeit an Christians mit Whisky versetztem Lebenssaft gütlich zu tun.

Während Christian sich an den Tisch setzte und eine Zigarette anzündete, fragte er sich zum x-ten Mal, weshalb Jolanda ihn nicht anrief. Er hätte es längst selbst getan, wenn er ihre Nummer gekannt hätte, doch sie war bei der Telefongesellschaft nicht registriert. So blieb ihm nur das endlose Warten und die Hoffnung auf das schrille Klingeln seines veralteten Telefons. Aber der Apparat schwieg. Ein nutzloser Haufen Elektronik, verpackt in ein vergilbtes Kunststoffgehäuse mit abgenutztem Tastenfeld. Völlig wertlos.

Angewidert drückte Christian die Zigarette aus und erhob sich. Er griff nach der Flasche auf seinem Nachttisch und schüttete nochmals eine gehörige Portion Schnaps in sich hinein. Dann wankte er zur Lampe, knipste sie aus und warf sich aufs Bett. Kurze Zeit später setzten die beiden Mücken zu einem Aufklärungsflug an. Christian hörte sie nicht. Der Whisky hatte ihn vollends ausser Gefecht gesetzt.