Rezensionen:
«Leichtfüssig und bedrohlich zugleich ist «Das Virus» von Peter Böhi. Die Orientierung an den Meistern des Thrillers ist nicht zu übersehen, Böhis Fähigkeit packend zu erzählen auch nicht.»
(Gary Rosenbaum)
"Schweizer Lokalkolorit gepaart mit internationaler Verstrickung - wirklich lesenswert!" (Manfred Boehm, Journalist)
"Ein kleiner Verlag, ein neuer Autor, ein Lesevergnügen!" (Hannah Boritzki, Pressefrau)
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Rezensentin/Rezensent aus Köln, Deutschland 
Spannende Jagd nach Klonen, 6. Juli 2005
Ich habe den Thriller gelesen und fand ihn sehr gelungen. Spannend geschrieben und die Idee, um die es hier geht, ist neu und klasse umgesetzt. Empfehlenswert!
Leseprobe:
Über dem Appenzeller Land scheint heute die Sonne.
Ein ausgeprägtes Tief steuert für diese Jahreszeit viel zu warme und feuchte Luft vom Mittelmeerraum her in die Schweiz. Unter dem anhaltenden Regen sind die dreißig Zentimeter Neuschnee vom Montag in den letzten Tagen auf einen kläglichen Rest weißen Matsch zusammengeschrumpft. Die Wälder erscheinen nackt und kahl, auf den Wiesen bilden sich vereinzelt schneefreie Flecken aus braunem, verfaultem Gras.
Die Kinder sind schon seit einer Stunde in der Schule. Konrad geht auf der Galerie nervös auf und ab und denkt angestrengt nach. Seit gestern abend sucht er krampfhaft nach einem Ausweg aus dieser beängstigenden Lage. Den Gedanken an eine Patentlösung, die ihnen allen auf einen Schlag Ruhe verschaffen würde, hat er längst verworfen. Er hat sich für die Taktik der kleinen Schritte entschieden. Step by Step. Nur so kann er das Problem anpacken. Auch wenn es bestimmt nicht einfach sein wird. Aber er hat es versprochen. Er hat seiner Tochter versprochen, dass er einen Ausweg findet.
Die Polizei. Als erstes muss die Polizei verständigt werden, überlegt er. Falls tatsächlich etwas schief läuft, wird es heißen, ich hätte die Polizei verständigen müssen. Ja, genau damit werde ich anfangen. Ich rufe die Polizei an.
Er greift nach dem Telefonhörer und wählt die Nummer der Kantonspolizei in Trogen. Gespannt lauscht er dem Rufzeichen.
«Kantonspolizei, Berger.» Die männliche Stimme am anderen Ende der Leitung klingt angenehm.
Konrad räuspert sich: «Manser am Apparat.» Er überlegt fieberhaft, wie er die heikle Situation schildern soll.
«Wir werden bedroht. Übers Internet», erklärt er ohne Umschweife.
Berger zögert einen Augenblick, dann sagt er trocken: «Ich werde Sie weiterverbinden.»
Wieder ertönt das Rufzeichen. Einmal, zweimal, dreimal. Konrad wartet.
Wahrscheinlich reden sie jetzt über mich, denkt er und hört förmlich ihre Stimmen: Da ruft wieder so ein Spinner an. Fühlt sich bedroht übers Internet. Diese durchgeknallten Typen breiten sich auch wie eine Plage aus. Sollen sie doch die Finger von der Technik lassen, wenn sie keine Ahnung haben.
«Frischknecht.» Eine resolute Männerstimme unterbricht Konrads Warten.
«Manser. Walzenhausen», antwortet Konrad.
«Guten Tag, Herr Manser. Wie ich von meinem Kollegen erfahren habe, werden Sie bedroht.»
Sie haben geredet. Genau wie er es angenommen hat. Konrad versucht ruhig zu bleiben.
«Ja, wir werden übers Internet bedroht.»
«Und wie äußert sich das? Warum glauben Sie an eine Bedrohung?»
«Weil ...» Konrad gerät ins Stocken, fasst sich aber gleich wieder. «Ein Unbekannter hat meiner Tochter erklärt, dass er unsere Familie umbringen wird.»
«Wie hat er sich gemeldet? Ist die Nachricht per E-Mail gekommen?»
«Nein. Eine Stimme hat es meiner Tochter mitgeteilt.»
«Eine Stimme», wiederholt Frischknecht. «Und die Stimme sagte: Ich werde euch umbringen. Einfach so?»
«Nein. Es war eher eine Erpressung.»
«Und was verlangt der Erpresser? Geld?»
Geld. Jetzt ist es so weit, überlegt Konrad. Wenn es um Geld ginge, wäre alles kein Problem.
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